Wer anfängt Gitarre zu lernen überlegt sich zumeist, wo das ganze einmal hinführen soll. Geht es eher darum, die Gitarre zu beherrschen und in einer Band mitzuspielen? Oder ist es einfach ein privates Vergnügen, um ab und zu auf einer Party gesellig zu “klampfen”?
Der Anfang mit der Grifftabelle
Die Gitarre ist ein Instrument, das bei geschickter Herangehensweise sehr schnell Erfolgserlebnisse bietet. Ein paar praktische Übungen mit ein paar Freunden, oder besser noch mit einem guten Gitarrenlehrer oder einer guten Gitarrenlehrerin wirken oft schon kleine Wunder.
Aber selbst wer sich das nicht traut wird schnell belohnt. Auch im “stillen Kämmerlein” können ein paar wichtige Griffe in einem Schnellkurs per Grifftabelle erarbeitet werden. Laien sind von der schnellen Lernkurve mit der Gitarre regelmäßig beeindruckt.
Die Gitarre ist ein wunderbares Instrument, um einmal auszuprobieren, wie sehr einem die Musik eigentlich liegt. Selbst wer nach einer Weile die Lust daran verliert wird genügend gelernt haben, um gelegentlich bei einer Feier für Stimmung zu sorgen. Einfach gesagt findet sich am Strand oder am Lagerfeuer eher eine Gitarre, als ein Klavier…
Die Gitarrenausbildung
Wer das Gitarrenspiel mit all seinen Facetten gründlicher erlernen möchte sollte sich ruhig an eine fundierte Ausbildung heranwagen. Sie wird neben der reinen Praxis auch theoretische Themen behandeln. Einblicke in Notenkunde und Rhythmik bleiben damit nicht erspart, sie bieten aber enorme Vorteile für die Zukunft. Denn die hier erarbeiteten musiktheoretischen Kenntnisse stellen die Grundlage für praktisch alle weiteren Instrumente dar. Sie bilden sogar einen Grundstock für eine professionelle Musikausbildung.
Der fundierte Gitarrenunterricht führt in der Regel über professionelle Privatlehrer oder Musikschulen. Der Unterricht findet im Aufbausystem einzeln oder in Gruppen statt. Anfängerinnen und Anfänger erlernen das Instrument und die Grundkenntnisse über Noten und Rhythmus.
Vom Wechselschlag bis zu den Barré-Akkorden
Die praktischen Teile der Ausbildung beginnen häufig mit dem Anschlagen einfacher Akkorde und dem Zupfen von Solomelodien. Langsam kommen schwierigere Übungen wie der Wechselschlag dazu, also das wechselseitige Auf- und Abwärts-Anschlagen der Saiten.
Auch die Akkorde werden mit der Zeit anspruchsvoller. Nach den drei einfachen Akkorden D, G und A folgen eine Reihe immer schwerer zu greifender Akkorde bis schließlich hin zu den Barré-Akkorden. Bei diesen Akkorden wird der erste Finger der Greifhand über alle Saiten gelegt, während die restlichen Finger den Akkord greifen.
Hände- und Fingertraining
Mit regelmäßiger Übung werden die Finger der angehenden Gitarristen geschmeidiger. Auch dehnen sich im Laufe der Zeit die Sehnen, so dass anfängliche Schwierigkeiten beim Greifen der Akkorde auf einmal gar kein Problem mehr darstellen. Schnelle Akkordwechsel sind dann scheinbar über Nacht problemlos möglich.
Denn auch das ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Gitarrenausbildung. Es genügt nicht zu wissen, welche Saiten gegriffen werden müssen. Um Akkorde zu erzeugen bedarf es einer Virtuosität, die nur durch regelmäßige Übungen erreicht werden kann. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich dabei auch unbedingt von erfahrenen Ausbildern auf die Finger schauen lassen, denn falsche Griffhaltungen prägen sich leicht ein. Sie können neben einem schlechten Spiel im schlimmsten Fall sogar zu gesundheitlichen Problemen führen.
Akustik-Gitarre oder E-Gitarre?
Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Arbeit mit einer akustischen Gitarre unbedingt nötig ist, oder ob eine Ausbildung nicht auch gleich mit der E-Gitarre beginnen kann. Eines aber ist klar: eine akustische Gitarre bietet ein ungemein reiches sensorisches Spielerlebnis. Manche Stimmen vermuten, dass allein das schon zu einer größeren Sensibilität und reicheren Spielweise führt.
Gitarrenausbildung für Laien und Profis
Die systematische Ausbildung erleichtert die musikalische Kommunikation mit anderen Musikerinnen und Musikern ungemein. Das gilt für Profis genauso wie für Freunde in privaten Bands. Darüber hinaus ebnet die Ausbildung aber auch einen Weg für das professionelle Spiel bei Studioaufnahmen.
Für ein Studium ist eine gründliche Gitarrenausbildung sogar nur eine Vorstufe und Zulassungsvoraussetzung. Wer die klassische Gitarre oder die Jazzgitarre an einer Hochschule studieren will, muss das Beherrschen des Instruments sowie fundierte Noten- und Rhythmuskenntnisse bereits in einer Eignungsprüfung nachweisen.